Fünf Dinge, die jedes Kind getan haben sollte

… sucht Maja gerade auf der aktuellen Blogparade bei Pusteblumenbaby. Jeder hat sicherlich seine eigene Vorstellungen und Werte, die er seinem Kind vermitteln möchte. Aus meiner Sicht, soll die Elfe

 

  • … mit möglichst vielen Kindern aus unterschiedlichen Kulturen zusammenkommen. Gerade in Zeiten, in denen die Welt immer näher zusammenrückt, sollte es ein Kind als “normal” wahrnehmen, dass nicht jeder die gleiche Hautfarbe hat und perfekt die gleiche Sprache spricht. Wenn ein Kind dies von Anfang an so kennen lernt und die Eltern Personen aus anderen Kulturkreisen ohne Vorurteile begegnen, wird es das auch so übernehmen.
  • … auch mal im Matsch spielen und sich so richtig dreckig machen. Dies steht für mich als Symbol dafür, den Kindern Freiheiten zu lassen und sie nicht aus unwichtigen Gründen einzuschränken. Schließlich gibt es heutzutage ja Waschmaschinen. (Und für die Großstadtkinder, die nicht jeden Tag die Chance haben, auf den Misthaufen zu klettern, hier eine Idee für drinnen: das saubere Matschen. Ich gebe zu, das ist nicht ganz das Gleiche, aber Spaß macht es allemal!)
  • … singen, rasseln, trommen und Krach machen. Ich glaube, so gut wie alle Kinder lieben Musik. Auf jeden Fall sollen sie sie aber kennen gelernt haben, um selbst zu entscheiden, ob das was für sie ist. Und wenn die Mama oder der Papa noch so schief singen, für ein kleines Baby sind das die schönsten Gesangseinlagen der Welt. Musikmachen muss auch nicht teuer sein, eine selbstgebastelte Rassel tut es schon für den Anfang.
  • … sich frei bewegen dürfen. Wer würde den gerne selbst den ganzen Tag an einen Stuhl gefesselt sitzen (wie in einer Babywippe) oder immer auf der Stelle auf und ab hüpfen (wie in einem Jumpero). Und auch ein Laufstall lässt sich als Bällebad viel besser nutzen. (Wobei das nicht heißen soll, dass diese Dinge nicht sinnvoll sein können, um Babys z.B. vor Gefahren zu schützen, wenn sie in angemessenem Rahmen eingesetzt werden.)
  • … kreativ sein dürfen. Damit meine ich nicht nur, etwas selbst mit den eigenen Händen zu erschaffen bzw. zu basteln, sondern auch mal das Spielzeug anders zu verwenden, als vorgesehen. Oder auch mal nur mit einer Pappschachtel spielen.

Welche Dinge sind euch wichtig?

DIY Dienstag: Wasserspiel

Mit Wasser kann die Elfe stundenlang spielen. Eigentlich reicht ein Eimer davon und ein Becher und sie ist in ihrem Element. Für etwas Abwechslung sorgt folgende Wasserfallwand. Für das Wasserspiel benötigt man:

  • Leere Plastikflaschen
  • Brett, Lochbrett oder ähnliches zum Befestigen
  • Klebepistole

Und so hab ich die Wasserfallwand gemacht:

In die Flaschen mit dem Cuttermesser und der Schere Löcher schneiden, diese auf der Wand arrangieren und mit Heißkleber befestigen. Hört sich jetzt ganz schnell gemacht an, man muss jedoch schon ein paar Stunden einkalkulieren, bis alles in der richtigen Position ist. Wir haben dann oben noch zwei Löcher reingebohrt, damit wir es mit einer Schnur am Pavillion befestigen können. Nicht, dass die Wasserspielwand der Elfe im Eifer des Gefechts noch auf den größen Zeh fällt…

Allerdings muss ich sagen, dass die Heißklebevariante nicht die beste Lösung ist. Wenn die Flaschen relativ flach angebracht sind und Wasser darin stehen bleibt, geht leicht mal eine Flasche ab, insbesondere wenn es heiß ist und die Sonne draufknallt. Alternativ habe ich im Internet Varianten gesehen, bei denen die Flaschen z.B. angeschraubt oder mit Kabelbinder an einem Lochbrett befestigt wurden. Zudem kann man natürlich auch Trichter, Schläuche, Rohrstücke, Becher oder oder oder mit einbauen. Hier gibt´s ein paar Vorschläge.

Magischer Extra-Tipp:

  • Besonders schön findet die Elfe das Spielen an der Wasserwand, wenn das Wasser vorher eingefärbt wurde, z.B. mit der von mir so oft verwendeten Lebensmittelfarbe.


Sommererfrischung: Minzwasser

Minzwasser habe ich vor einiger Zeit mal bei einer Freundin getrunken und mache es seitdem sehr oft. Es ist lecker, gesund, einfach zuzubereiten und hat gar keine Kalorien – wo gibt es denn sowas sonst noch?! ;-)

Für die sommerliche Erfrischung benötigt ihr:

  • Stilles Wasser
  • Frische Minze
  • Eiswürfel
  • nach Geschmack: eine ungespritzte Zitrone

Und so geht´s:

  • Die frische Minze waschen und einige Stengel in einen Krug mit Stillem Wasser geben. Auf 1,5 Liter Wasser nehme ich ca. 6-8 Stengel, das könnt ihr aber variieren, je nachdem wie “minzig” ihr das Wasser haben möchtet. Optional: Die Hälfte der Zitrone auspressen und in das Wasser geben, den Rest in Scheiben schneiden und ebenfalls hinzugeben. Das ganze dann ein paar Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Vor dem Servieren Eiswürfel zugeben – das war´s auch schon.

Gerade im Sommer schmeckt das Minzwasser herrlich erfrischend und ist mal was anderes. Bietet es doch auch euren Kindern an, ist viel besser als z.B. ungesunde Instant-Tees.

Magischer Extra-Tipp:

  • Probiert dasselbe doch auch mal mit Zitronenmelisse.

Was sollen Kinder wirklich trinken?

Was soll man Kindern im Sommer zum Trinken geben?  Kinderärzte empfehlen ja Stilles Wasser, was aber, wenn die Kleinen das nicht mögen? Die speziellen Instant-Kindertees der Firma Hipp auf jeden Fall nicht, wenn man auf Foodwatch hört. Die haben der Firma Hipp für die Kindertees eben erst den Goldenen Windbeutel verliehen. Trinkt ein Kind nämlich eine 200 ml Tasse voll davon, hat es ca. 2 1/2 Stück Würfelzucker zu sich genommen.

In einer Stellungnahme rechtfertig sich die Firma Hipp damit, dass diese Zuckermenge ja der in der gleichen Menge Apfelschorle (Verhältnis 1:2 Saft:Wasser) entspreche. „Als Leitlinie für die Zusammensetzung der Tees hat Hipp sich an den Empfehlungen des aid Infodienstes, Bonn ,Das beste Essen für Kleinkinder’ orientiert,“ gibt Hipp in dem Pressestatement an.

Damit hat sich Hipp aber erneut keinen Gefallen getan. Denn der aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. erläutert promt, dass die Firma Hipp seine Empfehlung falsch ausgelegt habe. Einem Fruchtsaftschorle wäre kein Zucker zugesetzt, es enthalte aber wichtige Vitamine und Mineralien, daher wäre es mit einem Zuckergranulat-Tee genauso wenig vergleichbar wie mit einer Limonade.

Immerhin möchte die Firma Hipp den Kindertee jetzt wohl bis Ende des Jahres vom Markt nehmen und durch eine zuckerfreie Variante ersetzen.

Doch was empfiehlt der aid wirklich?

  • Am besten: Leitungswasser oder natriumarmes Mineralwasser
  • Ebenfalls geeignet: ungesüsste Früchte-, Kräuter- oder Roibuschtees ohne zusätzliche Aromen
  • Akzeptabel: Früchtsaftschorle mit viel Wasser und wenig Saft

Magische Extra-Tipps:

  • Und wie kriegt man die Kinder zum Trinken? Von einer Freundin habe ich den Tipp bekommen, einfach öfters mal die Flasche oder den Becher zu wechseln. Dann bleibt das Trinken interessant.
  • Wenn euch interessiert, wie viel Zucker in verschiedenen Lebensmitteln und Getränken steckt, dann schaut mal hier.

Ich hätte da auch noch eine Idee, was ihr euren Kindern zum Trinken anbieten könntet: leckeres Minz-Wasser.

Der positive Effekt von Schrammen und Beulen

“Ein Kind muss auch mal hinfallen”, sagt meine Schwägerin. Und die muss es wissen, die ist nämlich Erzieherin. Wer meiner Schwägerin nicht glaubt, der glaubt vielleicht dem Spiegel, da steht nämlich genau dasselbe. Nun muss ich zugeben, dass ich selbst etwas die Tendenz zum Helikoptern habe. Mir leuchtet aber alles ein, was in dem Artikel steht, daher werde ich künftig versuchen, mich in meiner Führsorglichkeit etwas zurückzuhalten. ;-)

Die vom Spiegel zitierten Experten weisen allesamt darauf hin, wie wichtig es ist, dass Kinder sich selbst ausprobieren dürfen – auch wenn da die eine oder andere Schramme unausweichlich bleibt. Dabei geht es nicht nur um die Bewegung an sich. Zwar hat der kanadische Gesundheitsforscher François Trudeau beim Vergleich der Ergebnisse von rund einem Dutzend Studien festgestellt, dass Schulkinder, die eine Stunde Sport am Tag machen, auch in anderen Fächern bessere Noten haben. Viel besser ist aber das freie Toben in der Natur: Ohne Leistungsdruck macht dies noch mehr Spaß. Dabei wird im Gehirn besonders viel Dopamin frei. Dies ist ein Botenstoff, der laut Hirnforschern eine entscheidenden Rolle beim Verankern von Lernerfahrungen im Gehirn spielt.

Das Spielen dient Kinder dazu, ihre eigenen Grenzen auszuloten. Sie gehen absichtlich immer wieder an ihre Grenzen, um Ängste zu überwinden und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten zu stärken. Kleinere Verletzungen gehören hierbei dazu. So lernen die Kinder Situationen richtig einzuschätzen, was später schwerere Verletzungen verhindert. Sie gewinnen Sicherheit für ihr ganze Leben.

Greift man als Eltern aber ständig ein, wenn das Kind versucht selbst die Leiter zur Rutsche hochzuklettern oder von einem kleinen Absatz zu hüpfen, erreicht man genau das Gegenteil. Das Kind wird verunsichert, es hatte kein Erfolgserlebnis und Ängste werden zementiert. Auch motorisch kann es sich so nicht gut weiterentwickeln.

Als Eltern muss man wohl selbst einiges lernen: Nämlich gut abzuschätzen, wann es wirklich notwendig ist einzugreifen, dem eigenen Kind etwas zuzutrauen und im richtigen Moment auch mal wegzuschauen. Vielleicht hilft einem dabei, dass der Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung (BAG) Breithecker bestätigt: “Klettern…ist eine der sichersten Tätigkeiten überhaupt”.

Den Spiegelartikel findet ihr hier.

Reisbilder rieseln

Heute haben die Elfe und ich mit buntem Reis und Gummibärchen-Kleber Reisbilder gerieselt:

Die Elfe hat einfach drauflos gebastelt und ein ganz kreatives, abstraktes Kunstwerk kreiert. Mit etwas größeren Kindern oder wenn ihr ein Geschenk basteln möchtet, einfach eine Form aufmalen, den Kleber nur dort auftragen (lassen) und den Reis in der gewünschten Farbe aufstreuen (lassen).

Magischer Extra-Tipp:

  • Natürlich kann man die Bilder auch mit verschiedenen Körnersorten machen, das gibt auf natürliche Weise eine Bild mit unterschiedlichen Strukturen.

DIY Dienstag: Maracas – shake it baby!

Heute wird es wieder musikalisch beim DIY Dienstag. Denn die Elfe liebt es zu singen. Hoch im Kurs steht gerade (im exakten Wortlaut): “Schaf, Kindlein, Schaf… Vater hüt´ die Schaf… Mutter Bäumelein, fällt herab ein Däumelein, Schaf, Kindlein, Schaf.” Nun gut, dazu braucht man nicht unbedingt eine Untermalung mit Maracas, aber sie hat ja auch fetzigere Lieder darauf (auch wenn diese nicht ganz so lustig klingen). Daher habe ich dieses Mal selbstgemachte Rumba-Rasseln für euch.

Für die selbstgemachten Maracas benötigt ihr:

  • 2 Kinderüberraschungsei-Hülsen
  • Reis, Linsen, Mais oder ähnliches für die Füllung
  • 4 Plastiklöffel
  • Buntes Klebeband, Textilklebeband, Wasi Tape, Masking Tape oder ähnliches

Und so geht´s:

Den Reis in die Ü-Eier füllen, diese dann zwischen 2 Löffel klemmen. Am oberen Ende die Löffel mit etwas Klebeband fixieren. Dann die Löffel am besten mit einzelnen Lagen Klebeband zusammenkleben bis alles bedeckt ist. Das geht einfacher als wenn ihr das Klebeband am Stück lasst. Das Band seitlich immer wieder leicht einschneiden, damit es schöner anliegt beim Festkleben. Am Schluss mit Masking Tape verzieren. Das war´s schon! Pro Rassel braucht ihr ca. 10 Minuten.

Ich habe die Rumba-Rasseln mit Textilklebeband verschönert und dabei festgestellt, dass dieses sich viel schöner der runden Form anpasst, als das störrische Klebeband, das ich als Grundfläche benutzt habe. Wenn ihr für die Maracas ausschließlich das Textilklebeband verwendet, werden sie also gleichmäßiger.

Für Babys könnt ihr mit Kinderüberraschungseiern folgende Rasseln basteln. Falls ihr Interesse an anderen Upcycling-Ideen habt, dann schaut doch mal bei Nina vorbei.

Magischer Extra-Tipp:

  • Schön ist es auch, wenn ihr für die Rasseln eure Kinder einfach weißes Tape bunt anmalen lasst, wie hier, wo ich auch die Idee gefunden habe.

Achtung: Ertrinken sieht nicht wie Ertrinken aus!

Ich bin auf folgenden Artikel des Nordseeportals gestoßen und bin ziemlich erschrocken, da ich die dort beschriebenen Anzeichen für das Ertrinken nicht kannte. Ich hätte beim Thema Ertrinken eher an wildes Armrudern á la Baywatch gedacht, als an das sang- und klanglose Untergehen. Wenn man aber mal darüber nachdenkt, macht zweiteres natürlich mehr Sinn. Da es wahrscheinlich vielen so wie mir geht, komme ich gerne der Bitte des Nordseeportals nach und veröffentliche den Artikel hier ebenfalls:

Was Sie über das Ertrinken wissen sollten, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen

In Deutschland sterben jährlich mehr als 400 Menschen durch Ertrinken. Das Erschreckende hierbei ist, dass die Betroffenen in vielen Fällen von anderen Badegästen beobachtet werden – aber nicht, weil Sie ratlos sind, sondern weil Sie die Situation falsch einschätzen und keine Ahnung haben, dass sich diese Person gerade in einer lebensgefährlichen Situation befindet. Denn entgegen der Annahme, dass ertrinkende Personen durch lautes Geschrei und Gewinke auf sich aufmerksam machen wollen, passiert genau das Gegenteil: Ertrinken sieht nicht nach Ertrinken aus! Kein panisches Gestrampel, keine Schreie.

Mario Vittone, Rettungshubschrauberpilot und Rettungsschwimmer der U.S. Coast Guard, kann auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken und hat schon unzähligen Menschen das Leben gerettet. In seinem Artikel Drowning Doesn´t Look Like Drowning schildert er das Phänomen des Ertrinkens und hat damit für viel Aufsehen gesorgt.

Der nachfolgende Artikel ist eine Übersetzung aus dem Original.

Der leise Tod des Ertrinkens

Als der Kapitän voll bekleidet von Board sprang und durch das Wasser lief, irritierte er die anderen Badegäste, die im Wasser schwammen. “Nicht, dass er jetzt denkt, du ertrinkst”, sagte der Mann zu seiner Frau, da sie sich kurze Zeit zuvor mit Wasser bespritzt und geschrien hatten. “Was macht er hier?!”, fragte die Frau leicht gereizt ihren Mann. “Es geht uns gut!”, rief der Mann dem Kapitän zu. Aber der Kapitän ließ sich nicht aufhalten. Er schwamm unnachgiebig an dem Pärchen vorbei und schrie nur kurz “Weg da!”. Denn direkt hinter ihnen, nur wenige Meter entfernt, war die neunjährige Tochter gerade dabei zu ertrinken. Der Kapitän kam in allerletzter Sekunde. Das Mädchen fing an zu weinen und schluchzte: “Papa!”.

Woher wusste der Kapitän aus so vielen Metern Entfernung, dass die Tochter gerade dabei war zu ertrinken und sowohl Mutter als auch Vater dies aus weniger als drei Metern nicht erkennen konnten?

Der Kapitän ist ein ehemaliger Rettungsschwimmer der Küstenwache und hat durch eine fachliche Ausbildung gelernt, die Gefahren des Ertrinkens rechtzeitig zu erkennen. Und nein, wenn jemand ertrinkt, dann wird nicht, wie es oft im Fernsehen gezeigt wird, wild geschrien und gewunken.

Sie sollten sicherstellen, dass Sie die Anzeichen des Ertrinkens erkennen. Denn bis die neunjährige Tochter mit letzter Kraft “Papa” sagte, hatte sie nicht einen Ton von sich gegeben. Das Ertrinken ist fast immer ein ruhiger und wortloser Vorgang. In der Realität wird selten gewunken, geschrien oder wie wild gestrampelt.

Das, was Menschen tun, um tatsächliches oder vermeintliches Ertrinken zu verhindern, hat Dr. Francesco A. Pia die instinktive Reaktion (The Instinctive Drowning Response) genannt. Es gibt kein Geschrei, kein Gespritze und kein Gewinke. Überdenken Sie Folgendes: Der Tod durch Ertrinken ist der zweithäufigste Unfalltod (nach Verkehrsunfällen) bei Kindern bis zu einem Alter von 15 Jahren. Auch im nächsten Jahr werden wieder Kinder ertrinken. Etwa die Hälfte wird in einer Entfernung von nicht mehr als 20 Metern von einem Elternteil ertrinken. Und in 10% dieser Fälle wird ein Erwachsener sogar zusehen und keine Ahnung davon haben, was da gerade geschieht. Ertrinken sieht nicht aus wie Ertrinken!

Auf folgende Anzeichen müssen Sie beim Baden achten

Dr. Pia erläuterte die instinktive Reaktion auf das Ertrinken in einem Artikel im Coast Guard´s On Scene Magazine:

1. In den meisten Fällen sind ertrinkende Menschen physiologisch nicht dazu fähig, Hilfe zu rufen. Da das Atmungssystem auf das Atmen ausgelegt ist und die Sprache die zweite/überlagerte Funktion darstellt, muss zunächst die Atmung sichergestellt werden, bevor die Sprachfunktion stattfinden kann.

2. Da sich der Mund beim Ertrinken unter der Wasseroberfläche befindet und nur kurzeitig wieder aus dem Wasser auftaucht, ist die Zeit für das Ausatmen, Einatmen und für einen Hilferuf zu kurz. Sobald sich der Mund einer ertrinkenden Person über der Wasseroberfläche befindet, wird schnell ausgeatmet und wieder eingeatmet, bevor der Kopf wieder unter Wasser abtaucht.

3. Ein herbeiwinken ist nicht möglich. Die Arme werden instinktiv seitlich ausgestreckt und von oben auf die Wasseroberfläche gedrückt. Diese Schutzfunktion soll den Körper über der Wasseroberfläche halten, um weiter Atmen zu können.

4. Eine bewusste Steuerung der Arme ist bei einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken nicht möglich. Ertrinkende Menschen sind aus physiologischer Sicht nicht dazu fähig, das Ertrinken durch bewusste und gesteuerte Bewegungen abzuwenden. Ein Winken nach Hilfe ist also nicht möglich.

5. Während der Dauer des Ertrinkens befindet sich der Körper aufrecht im Wasser. In der Regel können sich Ertrinkende nur 20 bis 60 Sekunden an der Wasseroberfläche halten, bevor sie untergehen. Nicht viel Zeit für einen Rettungsschwimmer.

Selbstverständlich befindet sich eine Person, die schreiend und winkend um Hilfe ruft, in einer ernsthaften Situation. Anders als beim tatsächlichen Ertrinken, können sich die betroffenen Personen an Ihrer eigenen Rettung beteiligen und z.B. nach Rettungsleinen oder -ringen greifen. Dieser Zustand wird als Wassernotsituation bezeichnet. Eine Wassernotsituation muss nicht zwangsläufig vor einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken auftreten.

Weitere wichtige Anzeichen des Ertrinkens

strong>Sie sollten unbedingt auf folgende Anzeichen des Ertrinkens achten:

* Der Kopf ist nach hinten geneigt und unter Wasser. Der Mund befindet sich auf einer Höhe mit der Wasseroberfläche

* Die Augen sind glasig und leer

* Die Augen sind geschlossen

* Die Haaren hängen vor Stirn und/oder den Augen

* Der Körper befindet sich vertikal im Wasser – die Beine werden nicht bewegt

* Der Ertrinkende beschleunigt die Atmung und kämpft nach Luft

* Die Betroffene Person unternimmt den Versuch zu schwimmen, kommt aber nicht voran

* Es wird versucht sich auf den Rücken zu drehen.

Sollte also ein Rettungsschwimmer plötzlich ins Wasser laufen und es sieht für Sie so aus, als wäre alles in Ordnung, dann täuschen Sie sich nicht. Der einfachste Hinweis des Ertrinkens wirkt nicht immer so, als würde jemand ertrinken. Seien Sie also vorsichtig. Wenn Sie sicher gehen wollen, dann fragen Sie die betreffende Person: “Geht es dir gut? Brauchst du Hilfe?”. Erhalten Sie eine Antwort, dann scheint es der Person wirklich gut zu gehen. Wenn nicht, dann bleiben Ihnen nur wenige Sekunden, um ihn zu retten.

Und noch ein Hinweis für alle Eltern: Kinder, die im Wasser spielen, sind laut und machen Lärm. Sollte es still werden, dann sollten Sie nachschauen, weshalb.

Hier findet ihr das Nordseeportal mit dem Artikel über Ertrinken. Wichtige Hinweise zum ähnlichen Thema Ersticken gibt es auf diesem Blog.

Praxis-Test: CARES Kinderrückhaltesystem für sicheres Fliegen

Laut TÜV Rheinland sind 90% aller Flugunglücke für Erwachsene überlebbar. Leider gilt dies für (Klein-)kinder nicht, da diese im Flugzeug oft keinen eigenen Sitzplatz haben und auch sonst nicht angemessen gesichert sind. Notlandungen, die für Erwachsene glimpflich verlaufen, können daher für Kinder tödlich enden. Auch Turbulenzen können gefährlich sein.

Von Deutschland aus reisen Kinder unter 2 Jahren i.d.R. auf dem Schoß eines Elternteils und werden mit einem Loop-Belt gesichert. Das ist ein Schlaufen-Beckengut, der in den Beckengurt der Eltern eingehängt wird. Studien der australischen, US-amerikanischen, kanadischen und deutschen Luftfahrtbehörden sowie des TÜV Rheinlands haben jedoch gezeigt, dass dies lebensgefährlich sein kann. Die Eltern können bei einer Notlandung ihre Kinder durch ihr Gewicht zerquetschen. Daher sind die Loop-Belts in Amerika auch verboten.

Auf einen Gurt zu verzichten, ist aber auch keine Lösung: Zum einen ist dies in Deutschland verboten und zum anderen durch die enormen Kräfte von bis zu 16 g, die in der Kabine in einer Notsituation wirken können, auch extrem gefährlich. Das Kind wird quasi zum “Geschoss”.

Weitere Infos hierzu findet ihr beim TÜV Rheinland.

Neben einem eigenen Sitzplatz ist es daher sehr wichtig, euer Kind durch ein gutes Kinderrückhaltesytem richtig zu sichern. Wir haben auf unseren letzten Flügen das CARES Kinderrückhaltesystem getestet und sind davon wirklich begeistert. Das Gurtsystem ist für Kinder von ca. 1 bis 4 Jahren geeignet. (Die Kleinen müssen bereits selbständig sitzen können). Das Gewicht der Kinder darf zwischen 10 und 20 kg liegen und es kann bis zu einer Körpergröße von 1 Meter eingesetzt werden. Für größere Personen gibt es ein spezielles Produkt, das SPECIAL CARES Sicherheitsgurtsystem. Dies ist vor allem für behinderte Menschen gedacht.

Das CARES Kinderrückhaltesystem ist ein Gurtsystem, das in Verbindung mit dem Beckengurt des Flugzeuges verwendet wird. Der Gurt wird an der Rückenlehne des Flugzeugsitzes befestigt und an zwei Stellen durch Schlaufen mit dem Beckengurt des Sitzes verbunden. So macht es aus dem regulären Flugzeuggurt einen sicheren 4-Punkt- bzw. “Hosenträger”-Gurt. Das Kind ist also bei Start, Landung und während Turbulenzen fest mit dem Sitz verbunden und dadurch viel sicherer. Nicht umsonst kommt das “Hosenträger”-Gurtsystem bei den Autokindersitzen und in Rennautos zum Einsatz.

Die Installation des Gurtes ist sehr einfach und schnell erledigt. Man klappt das Tischchen des hinteren Sitznachbarn herunter, streift den Gurt über die Sitzlehne und zieht ihn fest. Anschließend verbindet man das CARES Kinderrückhaltesystem an zwei Stellen mit den zwei Teilen des Beckengurts des Sitzes. Dieser wird dann vor dem Kind geschlossen. Auf Brusthöhe verfügt das Gurtsystem über eine weitere Schnalle, die vor der Brust des Kindes geschlossen wird und gewährleistet, dass der “Hosenträger-”Gurt in der richtigen Position bleibt.

Wir haben das CARES Kinderrückhaltesystem in verschieden Flugzeugen verwendet und es war jeweils ganz schnell installiert. Die Elfe hat sich ohne Probleme damit anschnallen lassen und sich darin wohlgefühlt. Auf einem Flug ist sie kurz vor der Landung sogar darin eingeschlafen. Wir hatten recht ruhige Flüge und nur ein Mal leichte Turbulenzen, aber bereits hier war ich froh, dass die Elfe gut angeschnallt war.

Das Gurtsystem wiegt ca. 500 gr. und lässt sich klein zusammenfalten. Es kommt mit einem kleinen Transportbeutel. Es liegen eine englische Anleitung und eine englische Instruktions-CD bei sowie eine sehr verständliche, bebilderte deutsche Kurzanleitung bei, die zur richtigen Installation völlig ausreichend ist. Das System macht einen hochwertigen Eindruck und wird von AmSafe hergestellt, dem weltgrößten Hersteller von Flugzeuggurten.

Das CARES Kinderrückhaltesystem ist in GERKOM Innovation Shop für 74,90 Euro bestellbar und wird in ca. 3 – 4 Werktagen geliefert. Das Gurtsystem ist sicherlich nicht ganz billig. Wenn ich allerdings darüber nachdenke, für was ich in letzter Zeit alles “schnell mal” Geld ausgegeben habe, relativiert es sich der Preis wieder. Wenn ich sehe, was die Elfe alles an Spielzeugen hat, könnte man hier sicherlich auf den Kauf der einen oder anderen neuen Puppe verzichten und das Geld lieber in die Sicherheit des Kindes stecken.

Für uns ist das CARES Kinderrückhaltesystem eine praktische Lösung, um mit der Elfe sicher zu fliegen. Wir bedanken uns bei der Firma GERKOM, dass wir das Gurtsystem testen durften.

Auf diesem Blog findet ihr zudem weitere Tipps und Tricks, wir ihr das Fliegen mit Baby und das Fliegen mit Kleinkind am einfachsten und bequemsten gestaltet.