Das Recht auf Spielen

Dieses Recht haben Kinder wirklich. Darauf macht unicef zum heutigen Weltkindertag hier nochmals aufmerksam. Es ist in der Internationalen Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgeschrieben, die im April 1992 auch von Deutschland ratifiziert wurde.

Was sich erst mal lustig anhört, hat einen ernsten Hintergrund. Denn leider gelten die wichtigsten Punkte der UN-Kinderrechtskonvention für viele Kinder dieser Welt nur auf dem Papier. Laut Wikipedia sind folgende Rechte festgeschrieben:

  1. das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht;
  2. das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit;
  3. das Recht auf Gesundheit;
  4. das Recht auf Bildung und Ausbildung;
  5. das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung;
  6. das Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln;
  7. das Recht auf eine Privatsphäre und eine gewaltfreie Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens;
  8. das Recht auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung;
  9. das Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause;
  10. das Recht auf Betreuung bei Behinderung.

Interessant ist übrigens, dass neben Somalia die USA als einziges UN-Mitglied die Kinderrechtskonvention nicht ratifiziert hat. Die Vereinigten Staaten sehen sie nicht mit ihrer Souveränität und ihrem Föderalismus vereinbar. Gesetze einiger US-Bundesstaaten, die eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährungsmöglichkeit für Minderjährige vorsehen, sind z.B. nicht mit der Kinderrechtskonvention konform.

Nun gehört Deutschland ja nicht zu den Krisenländern dieser Welt. Trotzdem macht die unicef in oben erwähntem Artikel darauf aufmerksam, dass es auch in Deutschland Kinder gibt, die durch eine völlig durch Nachhilfe, Kurse und Förderprogramme verplante „Freizeit“ praktisch gar keine Zeit mehr zum freien Spiel haben. Andere hingegen werden völlig sich selbst überlassen.

Die unicef weist darauf hin, dass Eltern ihre Kinder am besten fördern, wenn sie sie draußen frei spielen lassen: „Im Spiel mit Anderen lernen Kinder sich kompetent zu bewegen, sie lernen soziale Kontakte zu knüpfen, sich in größeren Gruppen zu verhalten, sich durchzusetzen und Regeln einzuhalten. Beim Spiel im Wohnumfeld lernen sie selbstständig zu sein, sich und ihre Umwelt zu organisieren.

Das Spiel ist im Idealfall ein selbstbestimmtes Lernen. Im Spiel lernen Kinder mit allen Sinnen, mit starker emotionaler Beteiligung, mit geistigem und körperlichem Krafteinsatz. Es fordert und fördert die ganze Persönlichkeit. Im Spiel lernen die Kinder freiwillig und mit Spaß, über Versuch und Irrtum, ohne Versagensängste. Sie stellen sich ihre Fragen selbst und finden dazu die Antworten. Dafür brauchen Kinder Pausen im durchgetakteten Alltag ebenso wie Ermunterung und Motivation.“

Magischer Extra-Tipp:

  • Auch den Eltern tut eine Pause mal gut. Es ist doch schön zu wissen, dass man sich nicht immer selbst unter Druck setzen muss, um den Kindern möglichst viel zu bieten, sondern man ihnen sogar Gutes tut, wenn man sie einfach mal „machen lässt“.

Related posts:

2 Gedanken zu “Das Recht auf Spielen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


− 2 = 1