Wie kleine Kinder freiwillig aufräumen

…ist wahrscheinlich eines der bestgehütetsten Geheimnisse der kleinen Rabauken. Wir haben es zwar auch noch nicht ganz gelüftet, aber eigentlich finde ich, dass das mit den Aufräumen für meine Ansprüche bei der Elfe ganz gut funktioniert. Daher beschreibe ich euch mal, wie es bei uns läuft, vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung für euch dabei.

Schöne SpielzeugkistenIch würde jetzt nicht gerade behaupten, dass ich selbst ein super ordentlicher Mensch bin, aber mein Schmerzempfinden ist groß genug, dass ich unbedingt vermeiden möchte, nachts auf Legosteine oder kleine Playmobil-Teilchen zu treten. 😉

1. Daher räumen wir spätestens jeden Abend das Elfenzimmer so weit auf, dass A. der Boden frei ist und B. die meisten Dinge wieder an ihrem Platz sind. Evtl. kann eine aufgebaute Landschaft oder Stadt in eine Ecke des Zimmers wandern, aber i.d.R. ist die Elfe damit einverstanden, dass alles wieder in den Kisten verschwindet, denn das Aufbauen an sich macht ihr fast am meisten Spaß am Spiel. Da wir das regelmäßig machen, ist es normal für die Elfe und funktioniert eigentlich immer gut.

2. Wir räumen gemeinsam auf. D.h. ich helfe der Elfe, denn zusammen macht es mehr Spaß. Bei mittlerem Chaos bietet sich evtl. auch ein Spiel an, z.B. erst wird alles aufgeräumt, was rot ist, dann alles was blau ist…

3. Wenn tagsüber bereits mehrere Sachen herausgeholt wurden, bitte ich die Elfe etwas Bestimmtes (z.B. die Schleichtiere) wegzuräumen, das sie gerade nicht mehr braucht. Ich begründe, dass es so Platz für das neue Spielzeug gibt oder z.B. bei einem Brettspiel nichts verloren geht. So ist für die Elfe einleuchtend und klarer, was zu tun ist, als wenn ich nur sagen würde „Bitte räume auf“. Manchmal räumt sie mittlerweile auch schon von selbst wieder etwas auf.

4. Ich habe schon relativ früh damit angefangen, die Elfe beim Aufräumen helfen zu lassen. Denn für Kleinkinder ist Aufräumen genauso spannend wie Ausräumen, das muss man ausnutzen. 😉 Die Hoffnung ist, dass es dann in Fleisch und Blut übergeht – und falls nicht, musste man wenigstens eine Zeit lang nicht alles selbst aufräumen. Die Pupertät kommt bestimmt. 😉

5. Als die Elfe ca. 1 Jahr alt war, war ich mit ihr in einer Art Krabbelgruppe. Dort wurde zum Schluß immer ein Aufräumlied gesungen und dabei aufgeräumt. Dieses Lied hatte ich übernommen und lange zuhause auch als Signal zum Aufräumen gesungen.

6. Kleinen Kindern soll man Spielsachen offen in einem Regal präsentieren, damit sie sehen, was es gibt und sie besser auswählen können. Eigentlich soll die Menge der angebotenen Spielsachen überschaubar sein und lieber immer wieder rotiert werden. Das mit der begrenzten Anzahl von Spielsachen haben wir aber nur bedingt eingehalten, da ich nicht das Gefühl hatte, dass die Elfe mit dem Angebot überfordert ist. Ich versuche zwar ab und zu Spielsachen, für die die Elfe eigentlich schon zu alt ist, auf dem Speicher verschwinden zu lassen. Oft hält das aber nur bis zum nächsten Besuch der Elfe dort. Denn sie weiß genau, in welchen Kisten die Sachen sind und verspürt dann immer das spontane Bedürfnis, genau mit diesem Spielzeug zu spielen. So fährt unsere 4 1/2-Jährige seit dieser Woche wieder mit einem Rutschauto durch das obere Stockwerk…

7. In einem offenen Regal sehen die Spielsachen leider schnell unordentlich bzw. kruschtelig (wie der Schwabe sagt) aus. Hier helfen Kisten und Böxchen. Denn man kann natürlich nur das aufräumen, was auch einen Platz hat. Manche Eltern haben gleiche Boxen für alles und kleben Fotos von den Inhalten darauf. Wir haben ganz verschiedene Boxen und dafür keine Aufkleber – und die Elfe weiß haargenau, was in welcher Box ist. Sie sortiert sowieso gerne, so dass manche Dinge auch immer wieder von einem Kistchen ins andere wandern. Aber sie hat immer den Überblick.

Mit schönen Kisten macht Aufräumen Spaß8. Das gesagt, gibt es bei uns aber auch noch eine besondere Kiste: Die große Restekiste. Das ist eine ganz praktische Box, in die alles wandert, was nirgends dazu gehört. Diese Kiste ist Gold wert. Die schönen Boxen von 3Sprouts habe ich übrigens von Babylotta.

9. Die Elfe hat zur Zeit eine Vorliebe für das Wäschefalten und -wegräumen und möchte hierbei immer helfen. Nun hat sie aber eine ganz andere Faltetechnik als ich… 😉 Trotzdem versuche ich nicht „nachzuarbeiten“ (höchstens später, wenn sie es nicht merkt…), sondern ihr Werk zu bewundern. Schließlich möchte ich ihr nicht die Motivation nehmen.

10. Generell finde ich es angebracht, die Elfe zu loben, wenn sie z.B. selbstständig aufgeräumt hat oder ihr für ihre Hilfe zu danken. Auch wenn das Aufräumen selbstverständlich sein soll, heißt das ja nicht, das man nicht „Danke!“ sagen kann.

Und was sind eure Tipps für ein ordentliches Kinderzimmer?

Weitere Erziehungstipps:

Die tollen 3Sprouts-Boxen hat der Online-Shop Babylotta zur Verfügung gestellt. Ideen und Meinungen sind meine.

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3 Gedanken zu “Wie kleine Kinder freiwillig aufräumen

  1. Der Lavendeljunge ist leider ein richtiger Aufräummuffel – jedenfalls zu Hause. Wo anders räumt er immer gerne auf.

  2. Ich muss leider zugeben, dass das bei uns nur bedingt klappt. Wenn kein Platz mehr ist, räumt die Motte zwar schon etwas auf, aber sonst stört sie sich nicht an dem Chaos. Manchmal funktioniert das nur mit leichtem Druck, z.B.:
    Wenn du noch XX mit mir spielen möchtest, müssen wir zuerst XX aufräumen.

  3. Ich habe meine Kinder auch immer helfen lassen. Sie haben mir Wäscheklammern gereicht, als sie noch nicht stehen konnten. Sie haben die zu Päckchen gestülpten Socken krabbelnd in die richtigen Schubladen getragen. Sie durften immer die schmutzige Wäsche in die Waschmaschine stopfen und die gewaschene rausholen. Unter Aufsicht dürfen sie sogar die Knöpfe an der Waschmaschine drücken. Der Große (6) legt inzwischen seine Wäsche selbst zusammen und räumt sie in seinen Schrank. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Zum Einen sind meine Kinder inzwischen wirklich eine gute Hilfe im Haushalt, zum Anderen lernen sie so, was sie später eh brauchen.

    Was das Spielzeug betrifft, so machen wir es auch so: Jede Sorte hat einen eigenen Platz und es gibt eine Restkiste oder -schublade. Wir benutzen übrigens Windelkartons, die haben so schöne Aufdrucke. Und wenn man sie nicht mag, kann man die Kartons bekleben oder mit Stoff beziehen. Abends wird aufgeräumt, besondere Sachen dürfen auch mal stehen bleiben. Manchmal sortieren wir gemeinsam aus, manchmal mache ich es allein.

    Liebe Grüße,
    Henriette

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