Achtung: Ertrinken sieht nicht wie Ertrinken aus!

Ich bin auf folgenden Artikel des Nordseeportals gestoßen und bin ziemlich erschrocken, da ich die dort beschriebenen Anzeichen für das Ertrinken nicht kannte. Ich hätte beim Thema Ertrinken eher an wildes Armrudern á la Baywatch gedacht, als an das sang- und klanglose Untergehen. Wenn man aber mal darüber nachdenkt, macht zweiteres natürlich mehr Sinn. Da es wahrscheinlich vielen so wie mir geht, komme ich gerne der Bitte des Nordseeportals nach und veröffentliche den Artikel hier ebenfalls:

Hinweise auf Ertrinken

Was Sie über das Ertrinken wissen sollten, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen

In Deutschland sterben jährlich mehr als 400 Menschen durch Ertrinken. Das Erschreckende hierbei ist, dass die Betroffenen in vielen Fällen von anderen Badegästen beobachtet werden – aber nicht, weil Sie ratlos sind, sondern weil Sie die Situation falsch einschätzen und keine Ahnung haben, dass sich diese Person gerade in einer lebensgefährlichen Situation befindet. Denn entgegen der Annahme, dass ertrinkende Personen durch lautes Geschrei und Gewinke auf sich aufmerksam machen wollen, passiert genau das Gegenteil: Ertrinken sieht nicht nach Ertrinken aus! Kein panisches Gestrampel, keine Schreie.

Mario Vittone, Rettungshubschrauberpilot und Rettungsschwimmer der U.S. Coast Guard, kann auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken und hat schon unzähligen Menschen das Leben gerettet. In seinem Artikel Drowning Doesn´t Look Like Drowning schildert er das Phänomen des Ertrinkens und hat damit für viel Aufsehen gesorgt.

Der nachfolgende Artikel ist eine Übersetzung aus dem Original.

Der leise Tod des Ertrinkens

Als der Kapitän voll bekleidet von Board sprang und durch das Wasser lief, irritierte er die anderen Badegäste, die im Wasser schwammen. “Nicht, dass er jetzt denkt, du ertrinkst”, sagte der Mann zu seiner Frau, da sie sich kurze Zeit zuvor mit Wasser bespritzt und geschrien hatten. “Was macht er hier?!”, fragte die Frau leicht gereizt ihren Mann. “Es geht uns gut!”, rief der Mann dem Kapitän zu. Aber der Kapitän ließ sich nicht aufhalten. Er schwamm unnachgiebig an dem Pärchen vorbei und schrie nur kurz “Weg da!”. Denn direkt hinter ihnen, nur wenige Meter entfernt, war die neunjährige Tochter gerade dabei zu ertrinken. Der Kapitän kam in allerletzter Sekunde. Das Mädchen fing an zu weinen und schluchzte: “Papa!”.

Woher wusste der Kapitän aus so vielen Metern Entfernung, dass die Tochter gerade dabei war zu ertrinken und sowohl Mutter als auch Vater dies aus weniger als drei Metern nicht erkennen konnten?

Der Kapitän ist ein ehemaliger Rettungsschwimmer der Küstenwache und hat durch eine fachliche Ausbildung gelernt, die Gefahren des Ertrinkens rechtzeitig zu erkennen. Und nein, wenn jemand ertrinkt, dann wird nicht, wie es oft im Fernsehen gezeigt wird, wild geschrien und gewunken.

Sie sollten sicherstellen, dass Sie die Anzeichen des Ertrinkens erkennen. Denn bis die neunjährige Tochter mit letzter Kraft “Papa” sagte, hatte sie nicht einen Ton von sich gegeben. Das Ertrinken ist fast immer ein ruhiger und wortloser Vorgang. In der Realität wird selten gewunken, geschrien oder wie wild gestrampelt.

Das, was Menschen tun, um tatsächliches oder vermeintliches Ertrinken zu verhindern, hat Dr. Francesco A. Pia die instinktive Reaktion (The Instinctive Drowning Response) genannt. Es gibt kein Geschrei, kein Gespritze und kein Gewinke. Überdenken Sie Folgendes: Der Tod durch Ertrinken ist der zweithäufigste Unfalltod (nach Verkehrsunfällen) bei Kindern bis zu einem Alter von 15 Jahren. Auch im nächsten Jahr werden wieder Kinder ertrinken. Etwa die Hälfte wird in einer Entfernung von nicht mehr als 20 Metern von einem Elternteil ertrinken. Und in 10% dieser Fälle wird ein Erwachsener sogar zusehen und keine Ahnung davon haben, was da gerade geschieht. Ertrinken sieht nicht aus wie Ertrinken!

Auf folgende Anzeichen müssen Sie beim Baden achten

Dr. Pia erläuterte die instinktive Reaktion auf das Ertrinken in einem Artikel im Coast Guard´s On Scene Magazine:

1. In den meisten Fällen sind ertrinkende Menschen physiologisch nicht dazu fähig, Hilfe zu rufen. Da das Atmungssystem auf das Atmen ausgelegt ist und die Sprache die zweite/überlagerte Funktion darstellt, muss zunächst die Atmung sichergestellt werden, bevor die Sprachfunktion stattfinden kann.

2. Da sich der Mund beim Ertrinken unter der Wasseroberfläche befindet und nur kurzeitig wieder aus dem Wasser auftaucht, ist die Zeit für das Ausatmen, Einatmen und für einen Hilferuf zu kurz. Sobald sich der Mund einer ertrinkenden Person über der Wasseroberfläche befindet, wird schnell ausgeatmet und wieder eingeatmet, bevor der Kopf wieder unter Wasser abtaucht.

3. Ein herbeiwinken ist nicht möglich. Die Arme werden instinktiv seitlich ausgestreckt und von oben auf die Wasseroberfläche gedrückt. Diese Schutzfunktion soll den Körper über der Wasseroberfläche halten, um weiter Atmen zu können.

4. Eine bewusste Steuerung der Arme ist bei einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken nicht möglich. Ertrinkende Menschen sind aus physiologischer Sicht nicht dazu fähig, das Ertrinken durch bewusste und gesteuerte Bewegungen abzuwenden. Ein Winken nach Hilfe ist also nicht möglich.

5. Während der Dauer des Ertrinkens befindet sich der Körper aufrecht im Wasser. In der Regel können sich Ertrinkende nur 20 bis 60 Sekunden an der Wasseroberfläche halten, bevor sie untergehen. Nicht viel Zeit für einen Rettungsschwimmer.

Selbstverständlich befindet sich eine Person, die schreiend und winkend um Hilfe ruft, in einer ernsthaften Situation. Anders als beim tatsächlichen Ertrinken, können sich die betroffenen Personen an Ihrer eigenen Rettung beteiligen und z.B. nach Rettungsleinen oder -ringen greifen. Dieser Zustand wird als Wassernotsituation bezeichnet. Eine Wassernotsituation muss nicht zwangsläufig vor einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken auftreten.

Weitere wichtige Anzeichen des Ertrinkens

Sie sollten unbedingt auf folgende Anzeichen des Ertrinkens achten:

* Der Kopf ist nach hinten geneigt und unter Wasser. Der Mund befindet sich auf einer Höhe mit der Wasseroberfläche

* Die Augen sind glasig und leer

* Die Augen sind geschlossen

* Die Haaren hängen vor Stirn und/oder den Augen

* Der Körper befindet sich vertikal im Wasser – die Beine werden nicht bewegt

* Der Ertrinkende beschleunigt die Atmung und kämpft nach Luft

* Die betroffene Person unternimmt den Versuch zu schwimmen, kommt aber nicht voran

* Es wird versucht sich auf den Rücken zu drehen.

* Die Person tritt ins Wasser und schaut nach oben, als ob sie eine unsichtbare Leiter hinaufklettern wollte.

* Ergänzung aus Kommentar (s.u.): Wenn ein kleines Kind erschrickt, weil es z.B. vom Beckenrand ins kalte Wasser geschubst wird, kann es durch eine Überreizung der Nerven zu einer spontanen Bewußtlosigkeit kommen. Diese wird durch einen Atemreflex unterbrochen. Wenn das Kind dabei aber im Wasser ist, kann es dadurch ertrinken, ohne dass es dabei sichtbare Bewegungen macht.

Sollte also ein Rettungsschwimmer plötzlich ins Wasser laufen und es sieht für Sie so aus, als wäre alles in Ordnung, dann täuschen Sie sich nicht. Der einfachste Hinweis des Ertrinkens wirkt nicht immer so, als würde jemand ertrinken. Seien Sie also vorsichtig. Wenn Sie sicher gehen wollen, dann fragen Sie die betreffende Person: “Geht es dir gut? Brauchst du Hilfe?”. Erhalten Sie eine Antwort, dann scheint es der Person wirklich gut zu gehen. Wenn nicht, dann bleiben Ihnen nur wenige Sekunden, um ihn zu retten.

Und noch ein Hinweis für alle Eltern: Kinder, die im Wasser spielen, sind laut und machen Lärm. Sollte es still werden, dann müssen Sie nachschauen, weshalb.

Hier findet ihr das Nordseeportal mit dem Artikel über Ertrinken.

Und bitte lest auch diesen Artikel zum sekundären Ertrinken. Denn auch wenn man nach einem Badeunfall erst mal den Eindruck hat, dem Verunglückten ist nichts passiert, können Probleme oder gar der Tod noch viele Stunden später eintreten.

Wichtige Hinweise zum ähnlichen Thema Ersticken gibt es auf diesem Blog.

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Wie erkannt man, dass jemand ertrinkt? Diese Zeichen muss man erkennen.

64 Gedanken zu “Achtung: Ertrinken sieht nicht wie Ertrinken aus!

  1. vielen Dank für diesen Artikel, er ist wirklich erschreckend!

    auch wenn ich noch kein Kind habe, bin ich immer wieder überrascht und erstaunt, was man alles bei Dir lernt!

    liebe Grüße
    shira

  2. Hallo Shira!

    Vielen Dank für deinen netten Kommentar! Ja, ich war auch etwas geschockt, als ich die Infos im Netz gefunden hatte, ich denke, das sollten so viele wie möglich wissen.

    Liebe Grüße Karin

  3. Hallo

    Ich habe deine Seite empfohlen bekommen und mir den Text über das Ertrinken aufmerksam durchgelesen. Danach habe ich auf meinem Blog einen Text dazu verfasst und zu deiner Seite verlinkt, damit noch mehr Menschen darauf aufmerksam werden. (Dass man den Text direkt von dem Nordseeportal übernehmen kann, habe ich erst danach germerkt)

    Danke fürs Sensibilisieren und alles Gute!
    Lg,
    Applytree

  4. Das ist echt ein schockierender Bericht mein mann und ich haben gänsehaut bekommen vor allem , weil wir einen Sohn haben der 2 jahre alt ist . Und gerade bei diesem wetter sollte man in Freibädern und an Stränden genaustens schauen. Ich habe schonmal miterlebt , wie ein madchen fast ertrunken wäre, aber 2 Kumpels von mir konnten das Mädchen aus den hohen Wellen retten , dank rettungsschwimmer! !!

  5. Dieses kann ich nur bestätigen. Bin zweimal in der Situation gewesen und wurde – Gott sei Dank – gerettet. Das ist wirklich sehr schlimm für mich gewesen, denn ich konnte nicht schreien und auch nicht um Hilfe rufen, ich kam nur ganz kurz wieder an die Oberfläche und bevor ich richtig Luft holen konnte, ging ich wieder unter. Ich war panisch und mein Retter hatte es nicht leicht mit mir, hätte ihn beinahe selbst zum Ertrinken gebracht.

  6. Danke für diesen Artikel. Ich war sogar jahrelang Sanitäter und wusste das nicht.

    Ein bisschen Feedback: Ich finde, am Schluss des englischen Artikels sind zwei Sätze, die (warum auch immer) im deutschen Artikel fehlen, und es leichter verständlich machen, wie die Situation aussieht!

    Und zwar bei der Aufzählung, wie es aussieht: „Appear to be climbing an invisible ladder.“ und im Abschluss-Absatz „They may just look like they are treading water and looking up at the deck.“ Dass es aussehen kann, als ob jemand einfach wassertritt sowie der Hinweis das Besteigen einer unsichtbaren Leiter hat es für mich enorm verständlicher gemacht!

    Vielleicht wollt ihr das in einem Edit ergänzen?

  7. Hallo Georg,

    vielen Dank für den Hinweis! Ich habe es im Artikel ergänzt.

    Viele Grüße

    Karin

  8. Vielen Dank für den Artikel. Bei diesem wunderschönen Badewetter ist dieses Thema ja wieder hochaktuell!
    Werde den Artikel auch gleich auf meinem Blog hochladen. Es sollten wohl möglichst viele Leute davon hören und lesen um Bescheid zu wissen. Gerade mit (kleinen) Kindern ist das Thema Wasser und Ertrinken höchst brisant!

    Liebe Grüße aus Österreich,
    salzburgmom

  9. Der Artikel ist sehr gut. Allerding würde ich ihn gern noch um eine weitere Info ergänzen, da es hier um das Stille Ertrinken geht: speziell bei Kleinkindern ( und auch Erwachsenen mit mehr als 0,3 Promille im Blut) kann es durch eine Überreizung des sog. „nervus vagus“ (unterste Teil des Hirnstamms und Teil des Zentralen Nervensystems) zur Bewusstlosigkeit kommen. Das alleine wäre eigentlich nicht weiter schlimm, wenn es z.b. irgendwo auf einer Wiese passiert. Diese Bewusstlosigkeit wird durch einen eigens ausgelösten Atemreflex wieder unterbrochen. Fatal wird es aber im Wasser. Ein Kind sitzt am Beckenrand, ein anderes läuft hinten vorbei und schupst es im vorbeilaufen rein. Das Kind ist nicht darauf gefasst und fällt ins Wasser und ist auf einen Schlag duch diese Vagusüberreizung bewußtlos. Kein Schreien, kein Zappeln und keine Regung….. Bei Kleinkindern ist der Kopf das schwerste Körperteil…. was passiert also? Das Gesicht ist unter Wasser und dann kommt der Atemreflex….

  10. So habe ich das vor vielen Jahren selbst auch erlebt. Einen Moment nicht hingeschaut, und sie schwamm regungslos mit dem Gesicht nach unten. Es müssen nur Sekunden gewesen sein, so blieb es bei einem kräftigen Husten-Anfall.

    Danke für die detaillierte Schilderung!

  11. Gute Uebersetzung. Faende es schoen wen ihr wenigstens den original artikel erwaehnt. Sonst sieht es nicht so aus als wuerdet ihr euch mit fremden federn schmuecken….

  12. Hallo Daniel!

    Die englische Originalquelle „Downing doesn´t look like drowning“ sowie die Sekundärquelle, durch die ich auf den Artikel aufmerksam wurde, sind beide im Text erwähnt und verlinkt – wie übrigens in allen meinen Artikeln, in denen ich „fremde Inspiration“ bekommen habe.

    Viele Grüße Karin

  13. Das hätte ich nie gedacht. Vielen Dank. Bei uns ist vor Jahren ein kleiner Junge ertrunken. Wir müssen alle für dieses Thema sensibilisiert werden. Es geht so schnell und leise . Man denkt immer, die Kinder fangen an zu schreien und winken. Das dem nicht so ist, werde ich mir merken und weitergeben.

  14. Und wieder was gelernt. Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ich werde, wie immer meine Augen auf halten.

  15. Finde es schön, dass darauf aufmerksam gemacht wird. Kann den Text nur bestätigen. Ich bin als Kind (und damalige Nichtschwimmerin) in einen Pool gestoßen worden. Keiner hat bemerkt, dass ich fast drei Minuten lang (zwischendurch schaffte ich es zum Beckenrand und rutschte von dort wieder zurück ins Wasser, die Leiter war zu weit weg) verzweifelt um Boden unter den Füßen gekämpft habe. Mein einmal nach oben gestreckter Arm (weitere Signale habe ich nicht geschafft) wurde nicht gesehen, obwohl ich allein im Pool zurückgeblieben war. Man kommt sich vor, als würde man hinter einer von innen durchsichtigen Wand verschwinden, während jeder irgendwo anders hinschaut. Das ist unheimlich surreal und beängstigend, weil man das Gefühl hat, doch gesehen werden zu müssen. Aber Ertrinken sieht nicht wie Ertrinken aus…

  16. Vielen Dank für den sehr guten Artikel!
    Als Mutter einer kleinen Tochter habe ich wahnsinnige Angst davor und weiß nun besser, auf was ich achten muss.

    Erst letztes Jahr ertrank die 5jährige Tochter eines Freundes… Als ich selbst ca. 10 war, musste ich miterleben, wie ein 6jähriger ertrank. Es ist einfach unfassbar und umso wichtiger ist es, solche Infos zu verbreiten.

  17. Ich habe das vor vielen Jahren selbst erlebt,ich sah eine Jungen im Wasser wie er immer auf und ab tauchte,dann bemerkte ich die Panik in seinen Augen, konnte noch früh genug rufen,und sein Vater und Onkel zogen ihn raus.Sie standen Gott sei dank nicht weit von ihm weg.Doch dieser Blick wird mir immer in Erinnerung bleiben.

  18. Sehr gut geschriebener Text. Es hat mich wieder einmal daran erinnert, wie schnell und leise das passieren kann.
    Ich war vor einigen Jahren in Südfrankreich, die Eltern des Kindes saßen am Strand und wir spielten im Wasser, bis mir ein ca 7 jähriges Mädchen im Wasser auffiel. Sie war ziemlich weit im Meer (zum Glück eine beruhigte Bucht) und es sah mir nicht nach spielen aus, auch kein schreien, kein wedeln, aber trotzdem wusst ich, da stimmt was nicht. Bin zu ihr geschwommen und hab sie in den arm genommen. Auf einmal fing sie an zu strampeln und zu schreien, ich konnte sie kaum halten und nicht beruhigen- da kam die Panik. Ich wollte sie dann in ca 10 cm tiefem Wasser hinstellen aber die kleine Maus hatte so eine Panik. Ich habe sie rausgetragen. Da kam die Mutter und fluchte…. Vielleicht aus Schock, vielleicht, so denke ich grad, aber auch weil sie nicht erkannt hat, dass ihre Tochter in Gefahr ist…

  19. Vielen Dank für eure zahlreichen Erfahrungsberichte! Erschreckend wie viele doch schon selbst direkt oder indirekt betroffen waren. Toll, dass einige von euch so gut reagiert haben!

    Herzliche Grüße Karin

  20. Vielleicht sollte man an dieser Stelle auch noch mal auf das „Ertrinken außerhalb des Wassers“ hingewiesen werden: Wenn Salzwasser eingeatmet wird, kann sich ein Lungenödem bilden. Dann kann die Lunge keinen oder nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen.

    Daher sollte man, wenn man sich an „signifikanten Mengen“ Salzwasser verschluckt hat, an einen Arzt wenden. Bei Kindern, die sich heftig an Salzwasser verschlucken, sollte daher auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

  21. Pingback: Ertrinken – wichtige Tipps | BLOG ROCKIN' BEATS

  22. Dieser tolle Artikel erinnert mich daran, wie ich selbst im Alter von etwa 7 Jahren kurz vor dem Ertrinken war. Ich konnte gerade so halbwegs schwimmen, aber nicht gut genug, um am Stück durchzuschwimmen, wenn ich nicht im Wasser stehen konnte. In dem Spaßbadbecken war viel los, die Eltern und Geschwister spielten praktisch daneben. Bei dem Versuch, an die Wasseroberfläche zu kommen, um zu atmen, kommt man gar nicht dazu, auf sich aufmerksam zu machen. Zum Glück bemerkten meine Eltern rechtzeitig, dass etwas nicht stimmt – zunächst ohne mich zu erkennen…

  23. Danke für den Artikel.
    Ich erkenne dies wieder, weil mir dies beinahe im Schwimmbad passiert wäre als ich klein war.
    Meine Mutter war quasi einen Meter von mir weg und hat mich hochgezogen.
    Ich war unter Wasser, hab Wasser geschluckt, versucht zu atmen. Kein Mucks. Ich was so schockiert ich konnt ihr noch nichtmal schildern was paar sekunden vorher passiert war.
    Grausam.

  24. Vielen Dank für den Text. Mir persönlich wäre wahrscheinlich nie aufgefallen ob jemand ertrinken würde, obwohl ich früher Leistungsschwimmer war. Durch den Text hab ich mich wieder an eine ähnliche Situation wie viele vor mir erinnert. Ich war um die 14 Jahre alt. Meine Mutter und ich hatten uns eig. auf eine Strand-Wanderung eingestellt. Das Meer war ziemlich unruhig, aber das Wetter war bombe. Eine Mutter schrie ihr Kind an es solle nicht so weit heraus schwimmen. Zu spät, ich hörte scheinbar als einziger oder verstand durch ihrer Gestik, dass sie es bereits nicht mehr zurück schaffte. Meine Mum reagierte daraufhin schnell, besonders weil sie den Strand abschnitt sehr gut kennt und Rettungsschwimmerin ist und schwamm zu dem Kind heraus, welches glücklicherweise mit einem Schock davon kam. Weswegen ich jetzt besonders aufmerksam und dankbar über die Tipps bin.
    LG,
    Marc

  25. Sehr interessant! Diese Information habe ich, als ich vor 2 Jahren den rettungsschwimmer-helfer Schein absolvierte, leider nicht erhalten. Danke für diese Info!

  26. Ich bin als Kind beinahe vorne am Ufer ertrunken. Es war sehr flach aber ausreichend tief. Sobald kleine Kinder Wasser in die Ohren bekommen fehlt die Orientierung wo oben und unten ist. Ich bin immer mit dem Kopf gegen den Boden, weil ich dachte, dass dort die Wasseroberfläche ist. Gott sei dank bekam ich Hilfe.

  27. Und noch ein Hinweis für alle Eltern: Kinder, die im Wasser spielen, sind laut und machen Lärm. Sollte es still werden, dann sollten Sie nachschauen, weshalb.

    Bitte in ändern:
    Und noch ein Hinweis für alle Eltern: Kinder, die im Wasser spielen, sind laut und machen Lärm. Sollte es still werden, dann müssen Sie nachschauen, weshalb.

  28. Danke für den Text. Ich hätte das sonst gar nicht gewusst. Habe selber 3 Kinder (6,4 und 6 Monate) die noch nicht schwimmen können. Jetzt weiß ich wenigsten worauf ich achten muss. Danke!!!

  29. Vielen Dank für diesen Artikel. Dies war mir nicht bekannt, obwohl ich es ähnlich erlebt habe, als ich als Teenager in Frankreich im Atlantik baden war. Ich war nicht weit draußen und konnte sogar fast noch stehen, als ich von einer großen Welle erfaßt wurde die mich unter Wasser zog. Ich wußte nicht mehr wo oben oder unten ist und hatte nur Panik und konnte auch nicht rufen. Zum Glück wurde ich in Richtung Strand „gespült“ wo ich dann wieder Halt bekam. Auch kann ich bestätigen, dass Kinder wenn, sie ins Wasser geschubst werden, teilweise nicht reagieren können. Ich erinnere mich an eine Situation als Kind, wo ich im Freibad ins Wasser gesprungen bin (dummerweise ohne mich vorher unter der Dusche abzukühlen) Ich rang sofort im Wasser nach Luft und konnte mich fast nicht regen. Da ich aber ziemlich dicht am Rand war habe ich es gerade noch so an diesen geschafft. Es fühlte sich an als schnürre es einem die Luft ab. Wahrscheinlich war mein Körper so überhitzt und dann von diesem Temperaturunterschied so „geschockt“, das es zu dieser Reaktion kam.
    Der Artikel zeigt mir jedenfalls wieder einmal, dass ich, als Mutter zweier Kinder, diese im Wasser doch möglichst im Blick behalte und versuche in deren Reichweite zu bleiben, auch wenn mich Freundinnen dafür belächeln, weil doch zumindest der eine schon schwimmen kann. Nun ist mir durch den Artikel auch verständlich, weshalb es immer wieder passiert, dass jemand ertrinkt, obwohl so viele Leute dabei waren.

  30. Die Nachbarn meiner Eltern haben einen Swimmingpool in dem wir Kinder im Sommer täglich schwammen. Ich bin dort mehrmals fasst ertrunken.
    Bevor ich schwimmen konnte, bin ich aus so einem Schwimmreifen rausgerutscht, zum Glück habe ich irgendwann den Rand zu fassen bekommen.
    Später wurde dann mal das Schlauchboot mit in den Pool genommen. Ich konnte inzwischen schwimmen und bin beim tauchen unter dem Boot aufgetaucht. Die Luft war schon knapp und in Panik braucht man ja noch mehr.
    Noch schlimmer fand ich, als ein Nachbarsjunge mich mal unter Wasser gedrückt hat und nicht mehr hoch lies.
    Kinder wissen noch nicht, was ihr Handeln auslösen kann. Es waren aber auch immer Erwachsene in der Nähe, die in keiner Situation handelten. Bzw. hatte ich das Glück miuch jedes Mal selber retten zu können.
    Ich finde Eltern sollten besser schauen was die Kinder machen. Ich habe einen kleinen Sohn und hoffe gut auf ihn aufzupassen.

  31. Zitat aus der Zeitung der Lebensretter 3/2012 (Fachzeitschrift der DLRG):
    Zingst, Montag, 23. Juli
    Ein Kind (7) ruft gegen 17:45 Uhr im Badebereich
    um Hilfe und geht immer wieder unter.
    Der Junge ist Nichtschwimmer. Das Kind konnte
    im Wasser nicht mehr stehen und war in Panik geraten. Die
    Eltern beobachten das Geschehen. Ein Rettungsschwimmer
    der DLRG erkennt die Notlage des Jungen und springt ins
    Wasser, um dem Jungen zu helfen.
    Er rettet den Siebenjährigen und übergibt ihn anschließend
    den Eltern. Abschließend fragt er sie, warum sie nicht eingegriffen
    hätten. Die Antwort der Eltern lautete: „Dafür werden
    sie doch bezahlt.“
    … auch so was gibt es… Schlimm, Schlimm, Schlimm

  32. Hallo Ihr Lieben!
    Ich bin selbst als Kind (ca. 4 Jahre) im Badeurlaub fast ertrunken. Bin einfach wie ein nasser Sack untergegangen. Ich saß am Beckenrand und wollte meinem Papa hinterher und dann kam ich einfach nicht mehr hoch. Gott sei Dank hat es ein älterer Herr (zufällig auch noch ein Nachbar von uns, der mich kannte) gesehen und hat sofort reagiert und mich hochgezogen.
    Ich habe zwei Söhne (10 und 7) und wenn wir schwimmen gehen beobachte ich sie immer!! Und da wir immer mit einer ganzen Gruppe schwimmen gehen, hat jede Mama ein Auge auf die Kinder.

    LG Heike

  33. Ja Jenny, das ist furchtbar. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Eltern total überfordert waren (vielleicht auch selbst nicht schwimmen konnten) und das dann eine Schutzreaktion war.

    Liebe Grüße Karin

  34. Hallo,

    vielen Dank für diese interessanten Informationen. Ich würde den Artikel gerne ausdrucken und mal bei uns im Kindergarten aufhängen, wenn Du einverstanden bist.

    Liebe Grüße
    Christina

  35. Hallo Christina, aber natürlich! Es sollen doch so viele Leute wie möglich informiert werden.

    Liebe Grüße Karin

  36. Vielen Dank für diesen Artikel. Das sollten mehr Menschen wissen. Ich persönlich werden ja schon immer hypernervös bei diesen „Döpp-Spielen“ von Kindern oder wer am längsten unter Wasser bleiben kann.
    Gerne verlinken wir den von unserer Seite aus, da dies auch gerade bei uns im Forum ein Thema war – denn leider verunglückten erst kürzlich zwei Kinder m pool eines Kreuzfahrtschiffs.

    DANKE!

  37. Pingback: Leider zu spät… | Delegan.net

  38. Als Fachangestellter für Bäderbetriebe kann ich aus meiner bisherigen Erfahrung sagen, dass in erster Linie die Eltern selber eine große Mitschuld haben, wenn nicht sogar allein Schuld sind, das ihre Kinder ertrinken. Wir erleben jeden Tag in unserem Schwimmbad, wie leichtsinnig viele Eltern das Leben ihrer Kinder aufs Spiel setzen. Und wenn man dann darauf hinweist, heisst es entweder der Bademeister schaut doch oder hab ich nicht gesehen oder wie immer öfter bekommen es die Eltern gar nicht mit, weil sie entweder im Bistro oder irgendwo auf der Liegewiese sitzen. Wir hatten vor längerer Zeit eine Gott sei Dank erfolgreiche Reanimation an einem sechsjährigen Mädchen mit Sauerstoffgabe und Herzlungenwiederbelebung und als dann das Personal vom Rettungsdienst da war und übernahm tauchte auf einmal eine Frau auf und sagte uns uns, dass sie ihre Tochter suche….Ich sagte darauf nur:“Nun, Sie haben ihre Tochter gerade gefunden..“ Traurig, dass es soweit kommen musste, wäre sie bei ihrem Kind geblieben und nicht irgendwo auf der Liegewiese, dann wäre es nicht passiert. Es wird speziell in Schwimmbädern sehr sehr leichtfertig mit dem Leben der Kinder umgegangen, da ja die allgemeine Meinung is, der Bademeister passd schon auf. Leute das ist definitiv die falsche Einstellung. Sicher tun Alle Kolleginnen und Kollegen ihr bestes, um für Sicherheit sorgen, aber es ist unmöglich alle im Bad gleichzeitig zu überwachen, zumal bei Kindern unter 7 Jahren ALLEIN die Eltern die Aufsichtspflicht haben. Abgesehen davon lässt sich soetwas zumindest eindämmen, indem man seinen Kindern im Schwimmbad die Schwimmflügel immer drauflässt. Am besten ist dann noch gut sichtbar der Name der Mutter oder des Vater schön dick mit Edding auf die Flügel geschrieben und fertig! An dieser Stelle der Hinweis, das man sich auch überlegen sollte, seinen Kindern nicht die einfachen roten Schwimmflügel zu kaufen (Sind unter 1mm dick und können Luft verlieren) sondern kauft ihnen sog. Schwimmscheiben, die kosten zwar 20 bis 25 €,aber sie sind stabil und erleichtern zudem das Schwimmen lernen, da man die Auftriebskraft einfach regulieren kann, indem man Scheiben wegnimmt. Es entbindet zwar nicht der Aufsichts oder Fürsorgepflicht, aber es kann schon ein Leben retten, nämlich das eures Kindes…. Sorry wenn ich hier den Rahmen gesprengt habe, aber das mußte mal raus..

  39. Vielen Dank, Andreas – und natürlich auch allen anderen -, für die zusätzlichen Informationen und den Hinweis auf die Schwimmscheiben! Es ist immer hilfreich, die Erfahrungen von Fachleuten geschildert zu bekommen.

    Viele Grüße Karin

  40. Mein Mann, unser 4jähriger Sohn und ich spatzierten hüpfend von Stein zu Stein an einem See am Ufer immer Winter entlang. Wassertiefe ca.40 cm zwischen den Steinen. In dieser Reihenfolge mit ca. 2-3m Abstand voneinander. Plötzlich rutscht unser Sohn aus und landet im Wasser, ich habe alles genau gesehen. Er lag mit dem Gesicht nach oben, komplett unter Wasser und schaute mich mit weit geöffneten Augen an, ganz ruhig , er bewegte sich nicht, kein bisschen. Die Situation war für mich so surreal das auch ich irgendwie einen Schock hatte und nicht reagieren könnte. Ein Verhalten das ich mir bis heute nicht erklären konnte, aber es ist so passiert. Es waren nur Sekunden aber mein Mann konnte damals sofort und sicher reagieren und zog unseren Sohn raus und alles war heil überstanden. Dank dem Artikel habe ich die Situation verstanden .

  41. Hallo Shira,
    als Mutter von 3 Kindern möchte ich gerne sagen: Ich finde den Artikel auf Deiner Seite großartig und sehr wichtig. Wir haben selber einen Pool und aus Erfahrung kann ich sagen: Kinder ertrinken, wenn, still, leise und regungslos. Unsere jüngste Tochter ist mit 2 Jahren in den Pool gefallen. Ich saß daneben und und haben sie binnen von Sekunden wieder herausgezogen. Obwohl ich selbst eine sehr gute Schwimmerin bin und es für mich immer oberste Priorität hatte, dass alle meine Kinder schwimmen lernen, noch bevor sie Fahrradfahren können, hat mich diese Situation doch für Wochen um meinen Schlaf gebracht. Dieser Anblick, von einem Bruchteil von Sekunden, wie unsere Tochter völlig regungslos, mit dem Gesicht nach unten, im Wasser lag, die Arme weit von sich gestreckt, war mehr als erschreckend.
    Ich hoffe sehr, dass Deine Seite und Dein Bericht viele Eltern erreicht und sie dadurch sensibilisiert werden.

  42. Ein guter und wichtiger Artikel – vielen Dank!
    Dennoch habe ich mal eine Frage: Ab wie viel Jahren lasst ihr eure Kinder alleine ins Schwimmbad gehen? Mein Sohn ist 9, ein guter Schwimmer, und die meisten seiner Freunde dürfen jetzt alleine ins Schwimmbad. Ich finde die Situation schwierig, weil man natürlich nicht ewig auf dem Beobachtungsposten sitzen kann und Ertrinken durch z.B. Kreislaufprobleme kann theoretisch in jedem Alter passieren. Also, ab wann darf/soll/muss man loslassen und die Kinder alleine ins Schwimmbad lassen? Wann macht ihr das? Was sagen die Leute dazu, die täglich damit zu tun haben (Bademeister, Rettungsschwimmer, Sanitäter…)
    Danke für einen konstruktiven Austausch!

  43. Hallo,

    Ich finde es sehr gut das jemand sowas posted .
    Es stimmt ,man kann nicht schreien oder auf sich aufmerksam machen.
    Ich war mal in der Situation , nie wieder will ich diesen Situationen

  44. Meine Tochter hatte Schwimmflügel oben und ein anderes Mädchen, das gerade schwimmen lernte, wollte sich an ihr festhalten und hat sie dabei unter Wasser gezogen. Seither weiß ich auch aus eigener Erfahrung, dass jemand, der unter Wasser ist, gar nicht schreien kann …

    PS.: Selbstverständlich war ich im Pool gleich neben ihr und konnte sie sofort aus der Situation befreien.

  45. Liebe Fachleute,

    hat einer von euch hierauf eine Antwort? Vielen Dank!

    Liebe Grüße Karin

  46. Hallo Andrea,
    man kann meiner Meinung nach keine festen Rahmenbedingungen vorgeben, ab wann ein Kind allein ins Schwimmbad darf. Ab wann ist man ein guter Schwimmer? Was sind die grundlegenden Dinge, die ein guter Schwimmer können muss? Selbst der beste Schwimmer ertrinkt jämmerlich, wenn er im falschen Moment Wasser schluckt.

    Aber wie kommt denn mein Kind ins Schwimmbad? Mit dem Fahrrad? Wieviele Kinder werden denn jährlich im Strassenverkehr getötet? Fragen und Gedanken. Es liegt letzten Endes immer bei der Mutter oder dem Vater, die ihr Kind selbst am besten einschätzen können und wissen, was man ihm zutrauen kann oder nicht. Eltern spüren sowas, zumindest die meisten.

    Abgesehen davon, das die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls in Cliquen doch eher gegen null geht, da hier einfach aufeinander aufgepasst wird. Meine persönliche Empfehlung wäre von daher, das man immer draufachtet, das die Kinder nicht allein unterwegs sind. Und da ja heutzutage wirklich jeder ein Handy hat, kann man ja zumindest die ersten Male vereinbaren, das einmal, was weiß ich, zb alle zwei oder drei Stunden kurz daheim angerufen wird.

    Zum Thema Handy grad noch ein Hinweis, speichert in den Handys eurer Kinder eine Notfallnummer von Mama oder Papa ein. Es hat sich mittlerweile das Kürzel“ ICE“ bewährt ( engl. für In Case of Emergency, also“ Im Notfall Anrufen) und dazu die Handynummer der Eltern. Man kann auch nach Priorität durchnummerieren, also zb ICE1, ICE2 usw.

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